Dienstag, 27. September 2016

Kloppen fahren

Sie sind ein eingeschworenes Team: Heiko, Kai, Jojo und Ulf. Mit einigen anderen zusammen gehören sie zu den Hooligans der Hannoveraner Fussballmannschaft. Am wichtigsten ist echt ihre Gemeinschaft, nicht einmal die Familie kann da mithalten. Als Typen sind sie schon sehr unterschiedlich. Heiko ist zweimal durchs Abi gerasselt, jobbt bei seinem Onkel in der Mucki-Bude. Kai studiert, Jojo hat endlich eine Beschäftigung als Jugendtrainer und Ulf hat eine Freundin. Und mal wieder geht es ab, ein Treffpunkt wird vereinbart und der Trupp fährt los, um sich mit einem ähnlichen Club zu treffen und dann wird gekloppt, es wird nicht nachgetreten und gewonnen hat die Gruppe, von denen am Ende noch die Meisten stehen.

Das ist eine Szene, in der sich möglicherweise nicht viele auskennen. Wenn man jedoch selbst aus einem Landstrich in der Nähe stammt, wirkt die Sprache zwar sehr bodenständig, direkt und auch vertraut. Und mit dem Beginn der Lektüre schleicht sich häufiger der Gedanke ein, kenn ich, und so manches Schmunzeln hebt die Mundwinkel, weil die handelnden Personen ebenso gut Bekannte sein könnten. Je weiter allerdings die Handlung voranschreitet und je besser man Heikos Welt kennenlernt, desto größer wird das Gefühl der Befremdung. Heikos Ursprungsfamilie macht einen ziemlich kaputten Eindruck, die Mutter abgehauen, der Vater ein Säufer, die Schwester versucht die kläglichen Überbleibsel zusammen zu halten und scheitert doch. So wurden Heikos Kumpels zu einer Art Ersatzfamilie und die Fahrten zu den Schlägereien wirken fast wie Familienausflüge. Doch je mehr diese zweite Familie ebenfalls zu zerbrechen droht und die Prügeleien immer brutaler werden, desto weniger ist Heikos festklammern an diesen Dingen zu verstehen. Seine Freunde scheinen sich weiter zu entwickeln, Heiko bleibt zurück. Man möchte ihn schütteln, damit es ihm gelingt, sich endlich den viel beschworenen Ruck zu geben.

Je länger man sich mit diesem Debüt von Philipp Winkler beschäftigt, desto mehr wird man hinein gerissen in Heikos Leben, das einem doch nicht gefallen will. Seine Vergangenheit ist Mitleid erregend, fast schon tragisch. Als nachvollziehbar empfindet man, dass er sich seiner Clique zuwendet und in die Hooligan-Szene eintaucht. Schwierig wird es allerdings, wenn man beginnt sich zu wünschen, er möge nicht in seiner Lethargie verharren und sich endlich entschließen, mit seinem Leben voran zu gehen. Die Angebote sind schließlich da. Mit wehem Herzen beschließt man das Buch, denn irgendwie steht Heiko letztlich alleine da und hat tatsächlich alles verloren. Unsicher, wohin sein Weg in führen wird. 

Ein aufwühlender Roman, der nicht nett ist, der sich möglicherweise durch erhebliche Authentizität  auszeichnet und damit außerordentlich fesselt. 


4,5 Sterne

Hool von Philipp Winkler
ISBN: 978-3-8412-1151-4


Sonntag, 25. September 2016

Nacht in New York

In der Silvesternacht von 1976 auf 1977 ist einiges los in der Stadt, die niemals schläft. Die Jugendlichen Samantha und Charlie wollen zu einem Punkrock-Konzert, Sam kennt einen aus dem Tross der Musiker. Mercer Goodman geht auf einen Empfang, bei dem er eigentlich seinen Partner Billy wieder in Kontakt mit seiner einflussreichen Familie bringen wollte. Doch Billy ist nicht da. Zwischen diesen sehr unterschiedlichen Polen der Metropole entfaltet sich die Handlung, deren Bindeglied hauptsächlich der Künstler Billy ist. Allerdings bringt diese Nacht tiefe Einschnitte in die Schicksale der einzelnen Personen.

Nicht zu viel sollte verraten werden von der sehr komplexen Handlung dieses Romans. In der Mitte des Zeitalters des Punk, von dieser Musik und seiner Lebenseinstellung der Rebellion beeinflusst, bietet City on Fire ein Gemälde der 1970er. Vorstadtkinder rebellieren genauso gegen ihre Eltern wie die der Reichen. Sie wollen ihren eigenen Lebensentwurf leben und nicht das, was vorgegeben scheint. Kunst, Musik, Schreiben scheinen die Methoden des Ausdrucks zu sein. Und auch die Zeit bricht heran, in der es möglich ist, seine sexuellen Neigungen offen zu leben. Auch wenn damit mitunter noch eine Trennung von der althergebrachten Familie einhergeht. 

Der Hauptteil der Handlung beginnt mit der oben erwähnten Silvesternacht und läuft bis zu dem großen Stromausfall im Juli 1977. Daneben wird in Rückblenden die Geschichte der beteiligten Familien beleuchtet und mit besonderer Gestaltung werden Einblicke in private Aufzeichnungen der handelnden Personen gewährt. Durch die abwechslungsreiche Art, die Geschehnisse darzustellen, kommt trotz des erheblichen Umfangs des Buches keine Langeweile auf. Schließlich ist in diesem Sittengemälde der 1970er auch noch ein Kriminalfall zu lösen, so dass in diesem opulenten Werk jedem Leser etwas geboten wird. Mag man zu Beginn noch denken, der Autor könne etwas sehr ausschweifend berichten, kommt doch bald Spannung auf, wenn man beginnt einzelne Zusammenhänge zu erkennen. Die Stimmung in der großen Stadt im Zeitalter des Punk wird so anschaulich beschrieben, dass man sich hinein versetzt fühlt, in das pulsierende Leben New Yorks, das so unterschiedliche Schicksale hervorbringt. Garth Risk Hallberg hat einen so vielschichtigen Roman geschaffen, das jeder Leser ihn für sich entdecken und erforschen kann und jeder zu seinem eigenen Ergebnis kommen wird. Beeindruckend ist das Werk auf jeden Fall.


4 Sterne

City on Fire von Garth Risk Hallberg
ISBN: 978-3-10-002243-1


Samstag, 24. September 2016

oh du fröhliche

Staatsanwältin Chastity Riley ist keine große Freundin der Weihnachtstage. Gerade jetzt jedoch sagt der Chef, dass Urlaub dazu da ist, ihn zu nehmen. Chas tritt ihre 11 Tage Zwangsurlaub an. sie weiß nichts Besseres mit ihrer Zeit anzufangen als durch die Stadtteile Hamburgs zu wandeln. Auf ihren Wegen findet sie einen Obdachlosen, der offensichtlich brutal zusammengeschlagen wurde und sie erfährt, dass das wohl nicht der erste Fall dieser Art gewesen ist. Riley beginnt mit Nachforschungen, froh darüber Faller wieder zu treffen, der nun als Berater für die Polizei arbeitet. 

Chastity Riley lebt alleine, ihre Mutter hat die Familie früh verlassen und ihr Vater ist gewissermaßen an gebrochenem Herzen gestorben. Zwar hat sie gute Freunde, aber eine feste Beziehung einzugehen fällt ihr schwer. Dennoch fühlt sie sich wohl in ihrem Kiez, ein Café hier, eine Kneipe da, was will man mehr. Auf Weihnachten könnte sie locker verzichten. Umso mehr will sie aufklären, wer die Jagd auf die eher wehrlosen Obdachlosen eröffnet hat. Hinweise zu finden erweist sich als schwierig, denn selbst die Angegriffenen sind nicht besonders mitteilsam. 

Die Reihe um die Staatsanwältin Chastity Riley umfasst inzwischen sechs Bände und der vorliegende ist der vierte. Zwar ist der Fall auch ohne Kenntnis der vorherigen Fälle gut verständlich und schlüssig, aber es entsteht doch der Eindruck, dass es von Vorteil sein könnte, auch die anderen Romane zu kennen, denn es scheint eine fortlaufende Rahmenhandlung zu geben. Chastity hat es nicht immer leicht gehabt, dennoch hat sie etwas geschafft im Beruf. Mit dem Leben ist es nicht ganz so einfach, aber sie liebt ihren Kiez, wodurch sie sehr sympathisch wirkt. Welche Entwicklung sie durchläuft, kann man nach der Lektüre eines einzelnen Bandes allerdings nicht beurteilen. Gefesselt verfolgt man ihre Hartnäckigkeit bei den Ermittlungen. Es könnte zu befürchten sein, dass Obdachlose nicht unbedingt die oberste Priorität erlangen, aber nicht bei Chas Riley. Sie geht den Dingen auf den Grund und deckt Entwicklungen auf, die betroffen machen, weil sie so sinnlos sind.

Ein sympathischer Hamburg-Krimi, einer Reihe, die vielleicht besser in der richtigen Reihenfolge gelesen werden sollte.


3,5 Sterne

Eisnattern von Simone Buchholz
ISBN: 978-3-426-30408-2


Freitag, 23. September 2016

Vollobst

Für Falk Lutter ist es eine Reise in die Vergangenheit. Nie hätte er damit gerechnet, zu einem Klassentreffen eingeladen zu werden. 27 Jahre ist schon ein eigenartiges Jubiläum, der Jahrgang 1984 aus Berlin. Im Jahr 1980 ist er gemeinsam mit seiner Mutter aus der DDR geflohen. Eigentlich war es der Vater, der fortwollte aus diesem System. Der jedoch kehrte in die Heimat zurück, um nach Falks Schwester Sonja zu suchen, die bei der Grenzkontrolle festgehalten wurde. Die Eltern versuchten allerdings, ihrem Jungen möglichst unbeschwerte Ferien in Ungarn zu bereiten. Dort lernte Falk auch Karen kennen, die keine Berührungsängste mit dem Jungen aus Ostdeutschland hatte. Wie anders war es doch in dem Jahrgang in Berlin, dort blieb er immer der Ostler und Außenseiter.

Warum sollte Falk zu dem Klassentreffen fahren. Zu Menschen, die ihn und auch andere vor langer Zeit einfach nur mies behandelt hatten. Doch wie einer während der Veranstaltung so treffend bemerkt, war er froh, Außenseiter gewesen zu sein, denn so habe er Zeit gehabt sich mit sich selbst zu beschäftigen. Genau genommen ist am ehesten aus den Außenseitern was geworden. Die Cliquenanführer und ihre Gefolgschaft sind eher genauso dumm, dreist und überheblich geblieben und fühlen sich in ihrem kleinen nichtsnutzigen Leben auch noch toll. Auch Falk hat seinen Weg gemacht, schon immer hatte er eine besondere Affinität zur Musik, er hat sich seinen Traum erfüllt und verdient sein Geld als Musiker. 

Eine typisch untypische Biografie eines ost/westdeutschen Jugendlichen stellt Tom Liehr mit seinem Buch „Sommerhit“ vor. Quasi unfreiwillig geflohen, von seinen Mitschülern drangsaliert, macht Falk Lutter seinen Weg. Mit der eigenen eher wellenarmen westdeutschen Vergangenheit nicht zu vergleichen. Falk wird in eine Welt hineingeworfen, die er zunächst nicht versteht. Die halbe Familie verloren, die Mutter im Zweifel, ob der Schritt richtig war. Die eher positiven Urlaubserfahrungen stehen den Erlebnissen mit seiner Schulklasse entgegen, in der sich tatsächlich die fiesesten Charaktere versammelt zu haben scheinen, die und die Mitläufer, gegen die die Außenseiter keine Chance haben. Gibt es in allen Schulen, könnte man denken, doch diese Früchtchen sind schon besonders hinterhältig und gemein. Da ist man nicht mehr zu Scherzen aufgelegt. Froh, dass Falk seinen Weg gemacht hat, gönnt man Falk seinen Auftritt, dem jedoch auch wieder ein Wermutstropfen beigemischt ist.


Ein Buch wie eine Reise in die Vergangenheit, die einem zum Teil sehr bekannt vorkommt, die einen aber auch einen anderen Blickwinkel einnehmen lässt. Und sich wünschen lässt, dass die Menschen mehr für andere einstehen würden und nachdenken würden bevor sie Handlungen begehen, deren Folgen nicht abschätzbar sind. Eine bittersüße Lebensgeschichte, die zu lesen sich lohnt.

4 Sterne

Sommerhit von Tom Liehr
ISBN: 978-3-352-00814-6


Donnerstag, 22. September 2016

Freaky Friday

Eines Tages wird eine männliche Wasserleiche aus der Themse gezogen, die ein Krankenhausarmband mit dem Namen F. Klein trägt. Schnell ist klar, dass das nicht der Name des Toten sein kann. Als Inhaberin des Armbandes wird Dr. Frieda Klein ermittelt, die früher als Beraterin für die Polizei gearbeitet hat und nun hauptsächlich als Therapeutin tätig ist. Und wieder steht Frieda Klein als Mittelpunkt in einer Mordermittlung. Nichte gerade bereitwillig beantwortet sie die Fragen der Polizeibeamten und so dauert es nicht lange bis sie selbst in Verdacht gerät. Sich in einer aussichtslosen Position wähnend, geht Dr. Frieda Klein mal wieder eigene Wege.

Nicht das erste Mal wird Frieda in eigener Sache tätig, aber so kurz vor einer Gefängnisstrafe stand sie wohl noch nie. Doch wie soll sie etwas beweisen, was sie nicht getan hat. Ihr bleibt nur der Versuch, die Hintergründe der Tat selbst aufzuklären. Nach der Identifizierung des Toten folgt sie seinen letzten Wegen, um Hinweise aufzutun. Zunächst nicht sonderlich erfolgreich, der Tote scheint viele lockere Bekanntschaften gehabt zu haben, so dass sich zwar ein vielschichtiges Bild ergibt, welches allerdings erheblich von dem abweicht, das Frieda von ihm hatte.

Puh, welch ein fieser Fall. Kaum je war Dr. Frieda Klein so persönlich betroffen. Und nun muss sie auch noch selbst ihre Unschuld beweisen, da die Polizei allem Anschein nach voreingenommen ist. Frieda Klein hat nicht viele Hemmungen, Leuten auf die Füße zu treten, wenn sie es für notwendig hält. Schließlich hat sie das ihre Stelle gekostet und ihr Feinde im System eingebracht. Doch genauso wie sich ihre Eigenschaften gegen sie wenden, nehmen sie auch Menschen für sie ein. Ihre Freunde gehen für sie durch dick und dünn, trotz Friedas eigentümlicher Art wissen die, die ihr nahe sind, was sie an ihr haben.

Umgeben von Freunden und Feinden und wegen der Umstände quasi im Untergrund spielt sich dieser Fall ab. Als Leser sieht man Frieda über Londons Straßen wandeln, immer in Gefahr entdeckt zu werden und doch nicht locker lassend. Man empfindet ihre Entschlossenheit, die Düsterkeit der Tat. Man fürchtet ihre Entdeckung ebenso wie ihre Entdeckungen. Und so wird man immer mehr in das Geschehen hineingezogen. Man betrauert die lichte Vergangenheit, die sich in die harte und dunkle Realität der Gegenwart verändert hat. Hätte der Verlauf verhindert werden können, Frieda Klein wünschte es. 


4,5 Sterne

Friday on my Mind von Nicci French
ISBN: 978-0-718-17963-2


und hier die deutschsprachige Leseprobe




Mittwoch, 21. September 2016

Wahrscheinlichkeiten


Während der Immobilienkrise sind Art und Marion in Schwierigkeiten geraten. Beide haben ihren Job verloren, das Haus ist viel zu hoch belastet, als Ausweg bleiben nur noch Insolvenz und Scheidung. Bevor es soweit ist fahren die beiden zu einem letzten gemeinsamen Wochenende an die Niagara Fälle, dorthin wo sie ihre Hochzeitsreise vor dreißig Jahren verbracht haben. Ein letztes Mal noch wollen sie die Zeit zurückdrehen und unbeschwert sein. Wenigstens ihre Kinder sind versorgt, sie konnten ihnen das Studium ermöglichen, Art und Marion stehen jedoch vor dem aus. Doch sie haben einen Plan, mit dem letzten Bargeld, das sie zusammenkratzen konnten, wollen sie im Casino das große Geld gewinnen.

Da stehen sie vor den Scherben ihres Lebens, ein viel zu großes Haus, mit Krediten finanziert, die sie kaum bedienen konnten. Reserven eingesetzt, die eigentlich für die Altersversorgung gedacht waren. Die Jobs verloren, Affären gehabt. Und nun kommt auch noch das Haus unter den Hammer, wahrscheinlich lässt es sich wenn überhaupt nur mit Verlust verkaufen. Genau genommen haben sich Marion und Art nicht mehr viel zu sagen. Dieses Wochenende ist der letzte Rettungsversuch. Tagsüber flanieren sie durch die touristischen Sehenswürdigkeiten und schwelgen in Erinnerungen und abends versuchen sie im Casino einen Gewinn herauszuschlagen.

Jedem Kapitel ist eine Wahrscheinlichkeit vorangestellt, etwa wie groß die Wahrscheinlichkeit ist,dass ein Ehepaar seinen 25. Hochzeitstag erreicht (1:6). Das gilt wahrscheinlich für die USA. Irgendwie passt dann der Inhalt auch zu den Überschriften, die von Wahrscheinlichkeiten, auf die man nicht so viel Wert legt (Übelkeit im Urlaub), immer mehr zu solchen wechselt, die einem viel netter vorkommen (Frühstück im Bett). Und so geht es auch mit der Geschichte von Art und Marion, die sich zunächst mehr oder weniger anzicken und dann doch wieder annähern, je mehr Zeit sie in diesen gemeinsamen Tagen verbringen. Ob sie ihr Hab und Gut retten können, scheint immer unwichtiger zu werden je mehr sie es schaffen, die Zeit zu genießen. Mit klugen Worten unterbreitet Steward O’Nan das Angebot einen sehr positiven kleinen Roman lesen zu können. Ein Angebot, dass man unbedingt annehmen sollte. 


Welches die schönste Wahrscheinlichkeit ist, muss natürlich jeder selbst entscheiden. Aber schön ist es doch, dass die Wahrscheinlichkeit, dass am Morgen die Sonne aufgeht bei 1:1 (also 100%) liegt. Das ist doch mal was, auf das man sich verlassen kann.

4 Sterne

Die Chance von Stewart O'Nan
ISBN: 978-3-499-25873-2

Dienstag, 20. September 2016

Alles wird anders

Für die 17-jährige Emmy ist Jo der Mann ihres Lebens, er sieht gut aus, er ist etwas älter. Das Leben könnte immer so weiter gehen. Für die Sommerferien könnte sie sich einen tollen Urlaub vorstellen. Aber diesmal durchkreuzt Jo ihre Pläne, er will seinem Freund Sam bei der Renovierung eines Ferienhauses helfen. Emmy beschließt, dass sie Sam nicht leiden kann. Allerdings muss sie feststellen, dass sich ihre Meinung nicht so leicht aufrecht erhalten lässt. Sam ist echt ein cooler Typ. Sie kann sich gut mit ihm unterhalten und er mag die selbe Musik. Emmy gerät ins Rätseln, ob Jo tatsächlich der Einzige ist, den es für sie geben kann.

Wird sich für Emmy dieses jugendliche Durcheinander lösen? So klar wie ihre Welt schien, ist sie nicht. Ihre Eltern scheinen sich zu streiten, sie vermutet, dass es mit deren Ehe nicht zum Besten steht. Ihre Freundinnen sind im Urlaub und ihre eigenen Pläne sind über den Haufen geworfen. Sollte eine Beziehung mit Sam die Lösung ihrer Probleme sein? Jo kommt ihr auf einmal so normal vor, dabei war er doch immer ihr ein und alles. 

Ach, wie schön war es doch 17 zu sein. Ach, wie kompliziert war es auch. Es gab nur richtig oder falsch, nur schwarz oder weiß. Die verschiedenen Grautöne dazwischen lernt man erst nach und nach kennen. Und so macht auch Emmy eine nicht ganz einfache Zeit durch. Ihr sicheres Elternhaus scheint in Gefahr. Auch an ihrer großen Liebe kommen ihr Zweifel. Emmy ist auf der Suche nach ihrem Weg, ein Weg, der doch aufregender und steiniger erscheint als sie sich vorstellen konnte. Wenn auch manchmal etwas überbordend, so sind Emmys Gedanken und Gefühle doch sehr gut nachvollziehbar. Sie muss sich auf den schwierigen Pfad machen, ihre Entscheidungen selbst zu treffen und das gelingt ihr nach einigen Umwegen sehr gut. Emmy ist eine sympathische junge Frau, die jeder jungen Leserin Freude bereiten und sicher auch einige Ältere für sich einnehmen wird.


3,5 Sterne

Der eine andere von Catharina Clas
ISBN: 978-3-8458-1125-3