Dienstag, 23. Januar 2018

Die Anwältin

Von Tisch und Bett sind sie getrennt, die Anwältin Rachel Eisenberg und ihr Mann. Da sich die Auslösung der gemeinsamen Anwaltskanzlei als schwierig erwies, geht es hier vereint weiter. Jeder neue Fall kann nur Gutes bringen. Als ein Obdachloser unter Mordverdacht gerät, übernimmt Rachel Eisenberg den Fall. Ihre Überraschung ist ausgesprochen groß als sie in dem Beschuldigten einen ehemaligen Bekannten wieder erkennt. Nie würde sie ihm einen Mord zutrauen und so ist sie mit Feuer und Flamme dabei, der Anklage ihre eigenen Argumente entgegen zu setzen.

Wenn man die amüsant witzigen Regional-Kriminalromane um Kommissar Wallner kennt, mit denen der Autor uns erfreut, geht man mit einigen Erwartungen an diese neue Reihe heran. Die Anwältin Rachel Eisenberg gewinnt dabei schnell die Sympathie. Schwerer wird es da schon für den Fall, der um Einiges düsterer daherkommt als gewohnt. Der obdachlose Heiko Gerlach scheint der passende Sündenbock zu sein und wegen der alten Bekanntschaft legt sich Eisenberg sehr für ihn ins Zeug. Manchmal stehen dabei die ermittelnden Polizisten etwas dumm da und man beginnt sich zu fragen, ob sie tatsächlich so betriebsblind sein können, dass sie angesichts einer offensichtlichen Lösung die Augen vor allen anderen Hinweisen verschließen. Und wenn der Fall auch lange interessant und schlüssig wirkt, nimmt er dann eine Wendung, der man nicht mehr wirklich zu folgen vermag. Dazu kommen Rückblenden, die fast in Vergessenheit geraten, bis sie schließlich erläutert werden. 

Ob der Roman im Printformat besser zu genießen ist, ist eine Frage, die sich hier ausnahmsweise tatsächlich stellt. Vom selben Vorleser vorgetragen, wie die Wallner Hörbücher, kommt eben dieser Wallner einem immer wieder in den Kopf, wenn man der Stimme lauscht. Ob gewollt oder nicht, wirkt der Vortrag doch humorig und das verträgt sich nicht so gut mit der Handlung. Diese wirkt durchaus ernsthaft, mehr wie ein Thriller. 

Wenn man die Wallner-Krimis gerne liest, wird man sich mit dem ersten Fall um Rachel Eisenberg möglicherweise etwas schwer anfreunden. 


3 Sterne (🐳🐳🐳)

Eisenberg von Andreas Föhr
ISBN: 978-3-8398-1456-7


Sonntag, 21. Januar 2018

Starke Frau

Schon als Kind hat es Olga nicht leicht, sie wächst eher bei der Nachbarin auf, ihre Eltern sterben früh, bei der Großmutter fühlt sie sich nicht angenommen. Erst als die Kinder des Gutsherrn in der Schule aufgenommen werden, die als anderen Gründen Außenseiter sind, entsteht für Olga ein Gefühl der Zugehörigkeit. Lange sind sie unzertrennlich Olga, Herbert und Viktoria. Nur wegen einer Bemerkung Viktorias beginnt Herbert Olga mit anderen Augen zu sehen. Doch im ausgehenden 19. Jahrhundert kann ihre Beziehung keine Zukunft haben. Olga schafft es, ein Studium zu absolvieren und eine Anstellung als Lehrerin zu finden. Herbert dagegen entwickelt sich zum Abenteurer und Forschungsreisenden. 

Lange Jahre umspannt diese Geschichte, Olgas Leben und das ihres Ziehenkels Ferdinand. Olgas außergewöhnlich starke Persönlichkeit überstrahlt die Handlung des Romans. Wie viele Menschen haben es zu damaliger Zeit geschafft, sich von ihrer ärmlichen Herkunft in gewisser Weise zu befreien und durch das Lernen und ein Studium ihrer angestammten Klasse zu entwachsen. Leider standen auch Olga nicht alle Möglichkeiten offen. Weise verzichtet sie auf eine Ehe mit Herbert, die angesichts der Wiederstände aus dessen Familie wohl dem Untergang geweiht gewesen wäre. Sie steht zu sich selbst diese Olga, sie wächst, sie wird zu einer in sich ruhenden Persönlichkeit.

Mit Bernhard Schlink hat der Literaturbetrieb einen wirklich außerordentlich beachtenswerten Autor. Er versteht es mit kurzen scheinbar einfachen Sätzen Szenerien zu erschaffen, die mit großer Tiefe überraschen. Auch wenn Olga in ihrer Stärke auch eine gewisse Härte entwickelt und nicht jede ihrer Regungen nachvollziehbar ist, so mag dies vielleicht auch an der Leserin liegen, die ja glücklicherweise in einer weniger einengenden Zeit aufwachsen durfte, die vielleicht auch der Schicht, in die sie hineingeboren wurde, entwachsen durfte. Was der Autor jedoch sehr klar und eindringlich zum Ausdruck bringt, ist das Olga sehr durchsetzungsstark ist und sich selbst Möglichkeiten schafft, die ihr die Gesellschaft eigentlich nicht geben will. Solche klugen und willensstarken Menschen könnten wir in unserer verweichlichten Welt durchaus mehr brauchen.


Bernhard Schlink schafft es einfach, einen zum Nachdenken zu bringen und so Gedanken in sich zu finden, von denen man vorher nichts geahnt hat.

4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

Olga von Bernhard Schlink
ISBN: 978-3-257-07015-6



Samstag, 20. Januar 2018

Berge und mehr

Der Schriftsteller Eric Marchand hat Probleme mit seinem Verleger. Seine Krimireihe läuft nicht mehr so gut wie einst und das Ende seines neuesten Werkes gefällt nicht. Marchand macht sich auf nach Korsika, wo er sein Buch überarbeiten, um nicht zu sagen, neu erschaffen will. Als Autor wird Eric schnell erkannt und wohlwollend aufgenommen. Bald jedoch stößt er auf Strömungen und Wiederstände, mit denen er nicht gerechnet hat. Kurz nach seiner Ankunft fällt der stellvertretende Bürgermeister einem Anschlag zum Opfer. Es entsteht der Verdacht, die korsische Mafia habe das Waffenstillstandsabkommen gebrochen. Polizeichef Clément sticht mit seinen Ermittlungen in ein Wespennest.

Was wie ein netter Urlaubsaufenthalt in einer grandiosen Landschaft beginnt, entwickelt sich doch schnell in eine gefährliche Begegnung mit der korsischen Mafia. Auf der Suche nach einer Handlung für seinen Roman, die sowohl den Autor als auch den Verleger zufriedenstellt, begibt sich Eric Marchand auf unheimliche Pfade. Die Insel ruft Schwingungen in ihm hervor, von denen er nicht ahnte, das sie existieren können. Einen nicht geringen Anteil an diesen Entdeckungen hat die junge Heilerin Laurine, die einige seiner Schritte lenkt und seine Aufmerksamkeit in ihrem Bann hält. Welche Intrigen gleichzeitig die Mafia-Mitglieder verfolgen, welche Rufe der Vergangenheit sie erhören, geht zunächst an Eric vorbei. Erst im weiteren Verlauf seines Aufenthaltes werden im einige Zusammenhänge klar, die es ihm unmöglich machen, die Insel so bald zu verlassen.


So richtig genießt man hier keinen urlaubsmäßigen Blick aufs Meer, kein Glas Wein, keinen Sonnenuntergang. Mit in den Herbst nimmt einen die Geschichte. Noch spürt man die Wärme des Sommers, aber die Kälte des Winters schickt ihre Boten voraus. Man erfährt etwas über die tatsächlichen oder möglichen Einflüsse der Familien auf das Tagesgeschehen, etwas über das Gesetz des Schweigens, etwas über die Unmöglichkeit des Vergessens und des Verzeihens. Eine antiquierte Gesellschaft, die doch so gut in die heutige Zeit passt. Was zunächst recht beschaulich beginnt, gewinnt doch schnell an Aktion. Zuweilen fragt man sich, wie Eric Marchand seinen Roman umgestalten soll, wenn alles darauf hinausläuft, dass er das Ende seines Aufenthaltes auf der Insel nicht erlebt. Eine Frage, die schließlich an diesen ersten Band einer Reihe fesselt, ein Band, der wohl als geschickt konstruierter Auftakt einer größeren Sache gesehen werden kann.

4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

Das korsische Begräbnis von Vitu Falconi
ISBN: 978-3-426-45019-2


Freitag, 19. Januar 2018

Todesstrafe

Ein junger Mann wartet auf die Vollstreckung des Todesurteils. Fast alle seine Mittel sind ausgeschöpft. Völlig unerwartet wird ein Gefängnisaufseher von einem Anwalt beauftragt, noch einmal Nachforschungen in dem Fall des Verurteilten anzustellen. Es gibt vage Hinweise, die auf seine Unschuld hindeuten können. Dieser Aufseher versichert sich der Mitarbeit eines eben entlassenen Strafgefangen, dem er damit bei der Wiedereingliederung in den normalen Alltag helfen will. Schon bald finden die Beiden weitere Ungereimtheiten, die vermuten lassen, dass die Tat doch aus anderen Gründen begangen wurde als es bisher aus den Akten hervorgeht. Kann es Hoffnung für den Todeskandidaten geben?

Kann eine Todesstrafe zu recht ausgesprochen werden, zu recht vollstreckt werden. Kann es überhaupt eine gerechte Strafe sein. Wenn zum Beispiel ein Angeklagter keine Reue zeigen kann, weil er sich an den Tathergang nicht erinnert, und er gerade deshalb zur Höchststrafe verurteilt wird. Wenn eine Strafe eher einen erzieherischen Effekt haben soll, wie kann ein zum Tode verurteilter, davon noch profitieren. Sie alle sowohl der Gefangene als auch Aufseher und auf Bewährung frei gelassener hadern mit ihren Gedanken. Zwar versuchen sie die Wahrheit zu finden, doch sie fürchten sich auch vor dem, was sie finden könnten. Gerade die Beiden, die sich auf die Suche machen, um das Rätsel der Tat zu entschlüsseln, fördern so manche Überraschung zutage. 

Zwei ungleiche Ermittler, eine Thematik, die schwieriger kaum sein kann, eine Tat, die schlüssig erscheint und bei genauem Hinsehen doch Wiedersprüche aufweist. Nicht ganz leicht mag es sein, sich in die japanische Mentalität hineinzuversetzen. Doch wenn man die Fremdheit einfach akzeptiert, erhält man einen fesselnden Krimi, der sich mit dem Ziel von Strafen auseinandersetzt, mit dem Sinn von Todesstrafen, mit den Nöten der Vollstrecker, mit dem Leid, das durch Straftaten hervorgerufen wird. Auch wenn der Fall gelöst wird, für die dargestellten Problematiken kann es keine Lösung geben. Der Leser wird sich sein Gedanken machen und sich ein ideale Welt wünschen, in der es kein Verbrechen gibt. Ein Wunsch, der sich nicht erfüllen wird.


Eine packende zweite Veröffentlichung von Kazuaki Takano, die ganz anders ist als das erste Werk; die überzeugt.

4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

13 Stufen von Kazuaki Takano
ISBN: 978-3-328-10153-6




Sonntag, 14. Januar 2018

Selbstmordrate

Innerhalb kurzer Zeit bringen sich verschiedene Beamte des BKA um. Sabine Nemez, die inzwischen zeitweilig an der BKA-Akademie unterrichtet, versucht herauszufinden, wieso die Selbstmordrate unter den Kollegen plötzlich so hochschnellt. Sie glaubt ihr alter Professor Maarten S. Sneijder könnte ihr vielleicht helfen, doch dieser weist sie schnöde zurück, mit den Worten, sie solle die Vergangenheit ruhen lassen. Das wirkt natürlich mehr wie eine Aufforderung. Sabine versucht Zusammenhänge zwischen den Schicksalen der verstorbenen Beamten zu finden. Überrascht stellt sie fest, dass diese zu Beginn ihrer Karriere gemeinsame Einsätze hatten. Natürlich bohrt Sabine weiter nach, sie gewinnt allerdings den Eindruck, ihre Zeugen sterben schneller als sie sie befragen kann.

Dieser Maarten S. Sneijder, man möchte in irgendwohin treten, wie kann er seiner ehemaligen Kollegin nur die Unterstützung verweigern. Er muss doch wissen, dass sie nicht aufgeben wird. Zwar ist Sneijder seit dem letzten Einsatz suspendiert, aber ein paar Tips könnte er doch geben. Aus seiner Reaktion ergibt sich, dass er vermutlich mehr über die Zusammenhänge weiß als er zugibt. Nun er gibt ja gar nichts zu.

In ihrem vierten Auftritt geraten Sabine Nemez und ihr ehemaliger Ausbilder Maarten S. Sneijder mal so richtig auseinander. Da verweigert dieser alte Knurrhahn einfach die Zusammenarbeit. Dabei gilt es doch, das Rätsel um diese unheimliche Selbstmordserie zu lösen. Denn unheimlich ist es schon, wenn plötzlich mehrere gestandene Beamte ihr Leben wegwerfen. Wie Dominosteine scheinen sie zu fallen, einer nach dem anderen. Alle im nahezu gleichen Alter, mit nennenswert guten Laufbahnen. Ebenso wie die Ermittler steht man als Leser/Hörer vor einem Rätsel. Ebenso wie Sabine ärgert man sich über Sneijder, der anscheinend nichts als dumme Sprüche in petto hat. Und wenn sich die Hinweise so langsam verdichten, kommt eine Geschichte ans Licht, die man beinahe Verschwörung nennen könnte. Ausgesprochen spannend entfaltet sich ein klassischer Kriminalfall, der es in sich hat. Unterstrichen noch durch die eindrucksvolle Lesung von Achim Buch verfolgt man gebannt, welch unglaubliche Details die Ermittler zutage fördern. 

Im besten Sinne - ein Krimi wie er im Buche steht. 


4,5 Sterne (🐳🐳🐳🐳+)

Todesreigen von Andreas Gruber
ISBN: 978-3-844-52657-8




Samstag, 13. Januar 2018

Lost Years

Im Geheimen lebt William Shakespeare in Venedig. Im Jahr 1586 tritt er dort als Assistent der englischen Botschaft auf. Er und zwei Freunde sind allerdings in großer Gefahr, denn sie kennen die Namen vieler katholischer Spione in England. Deshalb trachtet der Papst ihnen nach dem Leben. Shakespeare und seinen Freunden bleibt nichts anderes übrig als zu fliehen. In Verona lebt Aemelia, die Tochter des Herzogs. Sie ist eine freiheitsliebende Persönlichkeit, die es absolut nicht ausstehen kann, bevormundet zu werden. Und so ist die von ihrem Vater arrangierte Ehe mit Count Claudio überhaupt nicht nach ihrem Geschmack. Viel lieber mag sie ihren Cousin Valentine.

Bei „The Assassin of Verona“ handelt es sich um den Nachfolgeband zu „The Spy of Venice“. Zu Beginn des vorliegenden Bandes merkt man auch, dass es sich nicht um einen ersten Band handelt. Das Geschehen beginnt irgendwie mittendrin und so bedarf es einer ganzen Weile und einiger eigener Ermittlungen hinsichtlich des Lebens des großen Autors und des geschichtlichen Kontexts, um verstehen zu können, an welchem Punkt ungefähr die Story einsetzt. Zur kurzen Erläuterung: die Handlung ist angesiedelt in den sogenannten verlorenen Jahren Shakespeares, über die kaum etwas bekannt ist. In dieser Zeit der Herrschaft Elisabeth I versuchten die Katholiken die Herrschaft in England zurückzuerlangen. Im Original gelesen, kommt die shakespearische Sprache hinzu, die die Lektüre nicht unbedingt einfach macht, selbst wenn man seinen Shakespeare kennt. 

Erst nach und nach erschließt sich der Charme der Geschichte. Die tragische Liebe Shakespeares zu Isabella, die ihm sicherlich mehr als nur ein Gedicht oder Sonnet eingehaucht hat, Anklänge an Stücke, die man einmal gelesen hat, Namen, die Erinnerungen wecken. Selbst wenn einem Shakespeare mit englischen Original nicht so geläufig ist, lässt sich doch einiges wieder erkennen. Uns so verfolgt man Shakespeares Erlebnisse mit immer größerem Verständnis und ist schließlich gefesselt sowohl von der Geschichte als auch von dem fein ziselierten Gebrauch der Sprache. Der Autor kennt und versteht seinen Shakespeare und mit seinem Werk erfüllt er diese vorher erwähnten verlorenen Jahres wahrhaftig mit Leben, mit Inspiration für den späteren Stückeschreiber.

Eine tolle Romanidee, im Original für einen Nichtmuttersprachler allerdings nicht ganz einfach zu lesen. Sollte man auf der Suche nach einem größeren Publikum sein, bedürfte es sicherlich einer präzisen und kenntnisreichen Übersetzung.


3,5 Sterne (🐳🐳🐳+)

The Assassin of Verona von Benet Brandreth
ISBN: 978-1-78576-216-1


Dienstag, 9. Januar 2018

Report Köln

Der Journalist Jan Römer hat glücklicherweise eine Festanstellung. Er berichtet über ein zeitloses Thema, an dem die Leser das Interesse nicht verlieren. Er und seine Kollegin Stefanie genannt Mütze rollen ungelöste Kriminalfälle journalistisch auf und manchmal stoßen die sogar auf Informationen, die anderen entgangen sind. Vor ungefähr zwanzig Jahren wurde die 19jährige Sonja Risse ermordet und hingebettet als würde sie schlafen. Diese fast schon rituelle Aufbahrung lässt an einen Serientäter denken, doch vergleichbare Fälle tauchen in keiner Datenbank auf. Jan und Mütze entschließen sich, so an den Fall heran zu gehen als gäbe es noch keine Ermittlungen.

Bereits zum dritten Mal recherchieren Jan Römer und Stefanie Schneider in einem bisher ungeklärten Verbrechen. Sie sind ein eingespieltes Team, in dem jeder seine Aufgaben hat, das Brainstorming aber gemeinsam erledigt wird. Den Tod von Sonja umgibt ein Geheimnis, so scheint es. Die junge Frau war offen, klug und bei allen beliebt. Wie sich in einem ersten Gespräch herausstellt war ihre Mutter wohl eine der Wenigen die ein Problem mit ihrem Kind hatte. An einem Mädchen, das sich zwar nach dem sehr erfolgreichen Ablegen der Abiturprüfung ein Auszeit gönnte, das jedoch Pläne für sein weiteres Leben hatte. Alle Ansätze führen zunächst ins Nichts. Vielleicht haben sich die beiden Reporter das falsche Thema ausgesucht. Doch schließlich deutet ein Hinweis doch darauf, das die Nachforschungen von Erfolg gekrönt sein könnten.


Zum Verständnis des Falles ist die Kenntnis der Vorbände nicht erforderlich, aber das Interesse am privaten Vorleben der beiden Journalisten wird schon geweckt. Sowohl Römer, der mit der Trennung von seiner Frau noch nicht völlig abgeschlossen hat und der sich um einen guten Umgang mit seinem Sohn bemüht, als auch Schneider, über die kaum Informationen gegeben werden, die aber durch ihr blitzgescheites Denken besticht, wirken sehr sympathisch. Nach und nach bohren sie sich in ihre Nachforschungen und fördern erstaunliches zutage. Spannend gestaltet sich die Spurensuche. Was da Alles so im Geheimen abläuft, welche zwischenmenschlichen Untiefen manchmal zu umschiffen sind und nicht immer ist es das Offensichtliche, aus dem sich das entscheidende Puzzleteil ergibt. Ein liebenswertes Ermittler-Team, das seinen dritten Fall mit klassischen Methoden geschickt löst.

4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

Das Lied der toten Mädchen von Linus Geschke
ISBN: 978-3-8437-1592-8