Dienstag, 15. August 2017

Gottes Licht

Hauptkommissar Fredrik Beier will nur herausfinden, wieso Annette Wetre verschwunden ist. Diese hatte sich einer eigentümlichen Sekte zugewandt und schien abgetaucht zu sein. Bald darauf jedoch werden einige Mitglieder eben jener Sekte grausam ermordet und die übrigen bleiben wie vom Erdboden verschluckt. Die Durchsuchung des Tatorts erbringt einige Spuren, die auf doch sehr unheimliche Praktiken hindeuten. Fredrik Beier, der den Tod seines kleinen Sohnes längst nicht verwunden hat, wird in eine Ermittlung gestoßen, die sich als wesentlich komplexer erweist als zunächst angenommen. Dennoch ist Fredrik nicht glücklich als er eine weitere Beamtin an die Seite gestellt bekommt.

Ein grausames Tötungsdelikt, das kaum Rückschlüsse auf irgendwelche Motive zulässt, eine Spurenlage, die Anlass zu äußersten Bedenken über die Vorhaben und Ziele einer Sekte gibt, ein Kommissar, der in seiner Trauer gefangen zu Beginn eher überfordert scheint und eine ehrgeizige junge Ermittlerin, die etwas schwierig einzuschätzen ist, Bezüge zur Vergangenheit, die schwer zu deuten sind. Dieser vertrackte Fall macht es den Polizisten nicht leicht, einen Überblick zu erlangen. Auch als Leser tappt man eine ganze Weile im Dunkeln und sucht nach dem Aha-Moment, in dem alle Mosaiksteinchen an ihren Platz fallen.

Mitreißend und lebendig trägt Dietmar Wunder die Geschichte des Hirten vor. Dabei verleiht er den Hauptakteuren ganz eigene und prägnante Stimmen. Was im normalen Verlauf der Lesung äußerst angenehm wirkt, macht die teilweise etwas brutal plastischen Schilderungen einiger Aktion-Szenen mitunter schwer erträglich. Wenn man einen unheimlichen Angreifer geradezu auch sich zukommen hört, mitbekommt wie er sein Messer zückt und das Blut zu spritzen beginnt, überläuft es einen schon eiskalt. Davor treten dann manchmal die eigentlichen Nachforschungen und Erklärungen zum Geschehen in den Hintergrund. Und so entsteht manchmal der Eindruck, dass einige Fakten, die zur Erhellung der Lage beitragen könnten nur angerissen werden und man wünscht sich, dass eine größere Konzentration auf bestimmte Themen vorgenommen worden wäre, die dann eingehendere Behandlung erfahren hätten. Vielleicht liegt der Fehler bei der Hörerin, doch diese hatte den Eindruck, sie hätte sich der Handlung besser zuwenden können, wäre diese etwas weniger aufgefächert gewesen.


Dennoch ein spannendes Debüt, das Aufmerksamkeit erfordert und das durch den Vorleser häufig ausgesprochen gut interpretiert wurde.

3,5 Sterne (🐳🐳🐳+)

Der Hirte von Ingar Johnsrud
ISBN: 978-3-837-13871-9






Sonntag, 13. August 2017

Fußballfieber

Auf der Pirsch befindet sich der frühpensionierte ehemalige Kommissar Vitus Pangratz, er schleicht sich im Dunkeln durch den Wildpark, um das beste Foto einer Wildsau zu schießen. Unversehens stößt er mit dem Fuß gegen etwas, das sich bei näherem Betrachten als menschliche Hand erweist. Da hat ja gerade der Richtige diesen unheimlichen Fund gemacht. Hier kann nur ein Verbrechen begangen worden sein, in dem Vitus selbst ermitteln muss, denn von seinem Nachfolger hält er nicht viel. Außerdem kann er so seiner Tochter Johanna Coleman, die bei einer örtlichen Online-Zeitung arbeitet, zu einer tollen Exklusiv-Story verhelfen. 

Die beiden erweisen sich als bayrisch herziges Dreamteam. Bald steht fest, dass es sich bei dem Leichenteil um die Hand des seit Wochen verschwundenen Kinder- und Jugendtrainers Marius Wild handelt. Uns so tauchen Jo und ihr Vater ab in eine Welt des Kinderfußballs, in dem übermotivierte Eltern schon aus den Kleinen halbe Fußballprofis machen wollen. Da sieht man sich in Rosenheim als Kaderschmiede für die Münchner Bayern. Aber wer kann dem allseits beliebten Trainer ans Leder gewollt haben? Oder war er etwa zu beliebt? Wie ist es, wenn die Kinder das erfüllen sollen, was die Eltern gerne geschafft hätten. Träume von Eltern und Kindern sind nicht immer die gleichen. 

Kenntnisreich schildert die Autorin wie es zugeht unter den bajuwarischen Fußballbegeisterten. Mütter und Väter, Trainer und die kleinen Fußballer, die manchmal mehr Vernunft und Teamgeist haben als alle anderen. Auch wenn es hier und da mal eine kleine Intrige geben mag, wenn einer seinen kleinen Fußballgott puschen will, auch wenn der inzwischen verstorbene Trainer es mit der Treue nicht ganz so genau genommen haben könnte, Eifersüchteleien hier und da. Aber ist das nicht noch alles relativ normal? Wer soll ein wirkliches Motiv gehabt haben. Hinzu kommen Vitus und Jo, liebenswert, impulsiv, manchmal etwas grantelig, manchmal mehr mit dem Privaten beschäftigt als mit der Arbeit. Etliche aber nicht zu viele Zutaten sind hier zusammengemixt zu einem Rosenheim-Krimi, der sich hier und da eine witzige kleine Anspielung auf die Rosenheim-Cops erlaubt und der seine Leser in eine Teilwelt des Fußballs entführt, die wohl nur denjenigen genauer bekannt ist, die selbst fußballbegeistert sind. Unterhaltsam ist dieser Kriminalroman sicher für alle Leser, für die, die sich auskennen, wegen des Wiedererkennens und für die anderen, weil sie ihren Horizont auf amüsante Weise erweitern können.


Gut vorstellbar, dass Vitus und Jo auch in Zukunft das Ermitteln nicht sein lassen können.

4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

Wildfutter von Alma Bayer
ISBN: 978-3-442-71531-2




Samstag, 12. August 2017

Wisting

Der Polizeichef ist langsam ungehalten, schon vor einem halben Jahr ist ein Taxifahrer spurlos verschwunden und noch immer fehlt eine wirkliche Spur. Doch nun meldet sich Suzanne, Kommissar William Wistings ehemalige Freundin, und berichtet, in ihrem Lokal sei ein Gast aufgetaucht, der beim Lesen eines Zeitungsartikels vor sich hingemurmelt habe, er wisse wo das Auto ist. Wisting befragt den Mann und so wird endlich das lange vermisste Taxi gefunden. Letztlich ein Fortschritt, aber immer noch keine heiße Spur. Derweil trifft Wistings schwangere Tochter Line eine Schulfreundin wieder, die mit ihrer kleinen Tochter in das Haus des verstorbenen Großvaters eingezogen ist.

Ein schwieriger Fall für William Wisting, der sich manchmal fragt, ob er sich nicht viel lieber auf seine Rolle als künftiger Großvater vorbereiten würde. Natürlich kann er das Ermitteln nicht lassen. Und mit untrüglichem Spürsinn entdeckt er erstmal einige Sackgassen und macht die Erfahrung, dass nicht jeder Kollege so intensiv an seinen Fällen arbeitet wie man es sich allgemein wünschen würde. Eher ungewollt bringt ihn Line auf eine weitere Fährte, sie überreicht ihm einen alten Revolver zur Vernichtung und bei der Untersuchung dieser Waffe, stellt sich heraus, dass sie für einen Mord benutzt wurde.

Verwickelt und doch klug verknüpft sind hier mehrere Handlungsstränge. Was zunächst Fragen nach dem wieso und weshalb aufwirft, wird packend erläutert und überraschend gelöst. Vielleicht kommt die sympathische Line etwas zu kurz. Aber in der Kürze liegt auch manchmal die Würze und sie kann ihrem Vater in entscheidenden Momenten beistehen. Wisting ist nicht mehr von seinem Weg abzubringen, wenn er erstmal Lunte gerochen hat. Akribisch geht er jedem noch so kleinen Hinweis nach. Gefesselt verfolgt man, wie langsam das Bild eines Falles entsteht, den man so in keiner Weise erwartet hätte. In vielen Momenten kann man eintauchen in einen norwegischen Sommer voller Rätsel. In diesem zweiten hier veröffentlichten Fall entpuppt sich Kommissar Wisting wieder als Garant sehr guter Unterhaltung.


4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

Blindgang von Jørn Lier Horst
ISBN: 978-3-426-30567-6


Freitag, 11. August 2017

Nowhere Man

Nachdem Evan Smoak das Projekt Orphan verlassen hat, macht er es sich zur Aufgabe, Menschen zu helfen, wenn sie ihn darum bitten und auch Hilfe nötig haben. Oft sind es junge Menschen, die zum Opfer geworden sind und zu deren Rettung er sich aufmacht. Während einer solchen Rettungsaktion wird Evan selbst überwältigt und muss erstaunt feststellen, dass er in einem goldenen Käfig gefangen gehalten wird. Ja, ein goldener Käfig, aber doch gefangen. Noch bevor Evan überhaupt die Hintergründe in Erfahrung bringen kann oder will, macht er schon Pläne für eine Flucht. Das jedoch stellt sich als wesentlich schwieriger heraus als angenommen. 

Doch auch Evans Entführer muss feststellen, dass es nicht so leicht ist, seine Beute in den Klauen zu behalten. Und je schwieriger die Überwachung wird, desto mehr fragt sich der Entführer, was er sich da für ein Schätzchen eingefangen hat. Allerdings ist der Entführer nicht der einzige, der es auch Evan abgesehen hatte, auch seine ehemalige Organisation ist hinter ihm her. Und wie soll er seinen nächsten Herzensauftrag erfüllen? Nur sechzehn Tage bleiben ihm, um ein junges Mädchen zu retten, das offensichtlich einem Menschenhändlerring zum Opfer gefallen ist.

Bei „Projekt Orphan“ handelt es sich um den zweiten Band der Reihe um Evan Smoak, den Killer, den es eigentlich nicht gibt. Zu Beginn denkt man häufiger, die Kenntnis des ersten Bandes könnte hilfreich sein, einige Denkweisen Evans zu deuten. Doch nach und nach lernt man einiges nachzuvollziehen und mit dieser Komponente gewinnt der Anti-Held an Tiefe und der Roman eh schon spannende Roman beginnt einen nicht mehr loszulassen. Auch wenn man teilweise kaum zu glauben vermag, welche scheinbar ausweglosen Situationen Evan immer wieder mit kleineren oder größeren Schäden übersteht, ist man doch ausgesprochen gefesselt und möchte in jeder Minute wissen, wie es weitergeht und wie um Himmels willen Evan Smoak den auf der web.site des Autors bereits angekündigten dritten Band lebend erreichen will. 


Sehr spannend!

4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

Projekt Orphan von Gregg Hurwitz
ISBN: 978-3-9596-7668-7


Donnerstag, 10. August 2017

Geshanghaiert

Vor 25 Jahren haben sie sich eher zufällig kennengelernt. Hanne suchte eine Mitfahrgelegenheit und fand Miri und Claude fanden sie einfach an einem Rastplatz. Gemeinsam landeten sie in Portugal und verbrachten dort den Sommer ihres Lebens. Und sie schworen ein heiliges Gelübde, nach 25 Jahren wollten sie wieder in Portugal sein. Wie schnell verrann die Zeit, ihre Schicksale führten sie in unterschiedliche Richtungen. Dennoch, als Hanne sich meldet, gibt es ein Wiedersehen im Land der Träume. Natürlich haben die drei Freundinnen sich verändert, 25 Lebensjahre gelebt, schöne und weniger schöne Zeiten erlebt. Kann es also einen zweiten Sommer ihres Lebens geben?

Claude, Miri und Hanne, alle drei haben so ihre Geheimnisse mit nach Portugal gebracht. All die Jahre aber haben sie den Sommer damals nicht vergessen. So etwas kann eigentlich nicht wiederholt werden. Nicht genauso, aber vielleicht anders und doch toll? Zunächst geht erstmal einiges schief. Miriam, die erfolgreiche Geschäftsfrau, würde am liebsten gleich wieder abreisen und wird von ihren Freundinnen beinahe entführt und schließlich überredet, doch zu bleiben. Claude zieht es immer weiter nach Süden mit ihrem vollgepackten Autor. Hanne ist da mehr für Umwege zu haben. Doch wieder und wieder bleibt die Zeit, in Erinnerungen zu schwelgen.


Wie ein innerer Merker leuchtet dieser Termin in den Herzen der Frauen auf. Was kaum für möglich zu halten war gelingt - ein Wiedersehen nach so einer langen Zeit. Diese Rückreise in die Vergangenheit wirkt gleichzeitig wie ein Aufbruch in eine neue Phase. Mit diesem heiter besinnlichen Sommerroman werden nicht nur bei den Protagonistinnen Erinnerungen geweckt. Sicher wird so manche Leserin in Erinnerungen an einem Sommer ihres Lebens schwelgen, an Sommer, Sonnenschein, die große Liebe oder eine Liebelei, an Freundschaft oder an die Schwierigkeiten, die es in Freundschaften manchmal zu überwinden gilt. Nicht immer ist alles eitel Sonnenschein und gerade in den Momenten, in denen sich die Freundinnen einigen unbequemen Wahrheiten stellen müssen, wirkt dieser liebens- und lesenswerte Roman ausgesprochen authentisch. Wenn genau beim Umblättern der letzten Seite ein Regenschauer beginnt, ist das ein beinahe perfekter Schlussakkord zu diesem herzerwärmenden Sommerroman.

4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

Sommer unseres Lebens von Kirsten Wult
ISBN: 978-3-462-04889-6


Dienstag, 8. August 2017

Westjordanland

Im Norden des Westjordanlandes leistet die einzige weibliche Polizistin Rania ihren Dienst. Auf ihrem Arbeitsweg bekommt sie mit, wie unter einer Brücke eine weibliche Leiche gefunden wird. Bei der jungen Frau kann es sich nicht um eine Einheimische handeln. Doch wie gelangte die Fremde dort hin. Rania will unbedingt die Hintergründe des Verbrechens ermitteln. Leitende Ermittler sind jedoch die jüdischen Kollegen, die Rania nur widerwillig teilhaben lassen. Mit dem Kommissar Benny ergibt sich schließlich doch eine recht gute Zusammenarbeit, was Rania jedoch nicht davon abhält ein ums andere Mal auf eigene Faust loszuziehen.

Welch eine interessante Location, das besetzte Westjordanland, eine palästinensische Ermittlerin, ihr jüdischer Counterpart, ein amerikanische Jüdin, eine australische Palästinenserin. Miteinander und gegeneinander versuchen die Protagonisten hinter das Rätsel um die junge Frau zu kommen. Vor dem Hintergrund der politischen Lage entwickelt sich ein spannender Fall, bei dem nach und nach Informationen über das Mordopfer zutage kommen, die die Lektüre wirklich fesselnd machen. Rania wirkt wie eine moderne Frau, letztlich ist sie es, die Mann und Kind versorgt. Meist hält sie sich kaum an Regeln, mitunter aber hält sie sich gerade an solche, die man aus europäischer Sicht als eher überflüssig betrachten würde. Als Ausgleich würde man gerne mehr über den Israeli Benny erfahren, der zwar ein gewissenhafter Polizist zu sein scheint, als Person aber eher blass bleibt.


Die US-Autorin hat selbst eine Weile in Palästina gelebt und nach eigener Auskunft einige ihrer Erfahrungen in dem Buch verarbeitet. Es ist daher zu vermuten, dass einige der hier geäußerten Ansichten, aus dem Herzen der Autorin kommen und somit nicht unbedingt den Anspruch der Neutralität erheben wollen. Möchte man sich eine differenzierte Meinung über das Leben im Westjordanland bilden, kommt man wohl nicht umhin, sich journalistischen Quellen zuzuwenden, die nicht einer bestimmten Seite zugeneigt sind. Gleichwohl gewährt das Buch schon einige Einblicke in eine unbekannte Welt, über die es sicher mehr zu wissen gäbe. Ob man über die Beziehung der Amerikanerin Chloe zu der Australierin Tina so viele Details wissen möchte, muss man für sich entscheiden. Die Krimihandlung ist jedoch sehr interessant und ausgesprochen fesselnd. Gerade ihre widerspenstige Arbeitsbeziehung zwischen ihr und ihrem israelischen Kollegen gibt dem Buch etliche Pluspunkte. 

3,5 Sterne (🐳🐳🐳+)

Murder under the Bridge von Kate Raphael
ISBN_ 978-1-631-52960-3


Sonntag, 6. August 2017

Tango Sur

Viel zu schnell stirbt Christinas Mutter an Krebs. Christina ist untröstlich, ihr Vater ist früh verstorben, ihre Mutter wuchs in einem Waisenhaus auf. Für Christina, deren Ehe irgendwie auf der Kippe steht, beginnt eine Zeit des Umbruchs. Unter den wenigen Erinnerungsstücken an ihre Mutter findet sie eine Postkarte, die einen Hinweis auf ihre Großeltern geben könnte. Christina macht sich auf die Suche nach ihren Wurzeln. Schon im ehemaligen Waisenhaus trifft sie auf eine alte Schwester, die sich sogar noch an Christinas Mutter erinnern kann. Schon gibt es ein Rätsel zu lösen, denn anscheinend stimmt nicht viel von dem, was die Mutter immer erzählt hat. 

Die Suche nach den Wurzeln, wer die eigenen kennt, wird es vielleicht nie ganz verstehen können. Für Christina hören ihre Wurzeln mit der Mutter auf, immer hat sie das Gefühl vermisst, einen Vater zu haben. Auch die Seite der Großeltern mütterlicherseits fehlt einfach. Und nun nachdem ihre Mutter verstorben ist, gibt es nur noch Christina und ihren Mann. Was also, wenn diese Postkarte einen Hinweis auf die verlorene Hälfte der Familie enthielte. Erstaunlicherweise gelingt es Christina auch nach der langen Zeit noch, verschiedene Puzzleteile zusammenzusetzen. Über ihr heimatliches Berlin führt die Spur nach Argentinien.

Was mag der Weg in die Vergangenheit bringen? Kann der winzige Hinweis einer Postkarte überhaupt ausreichen, das Geheimnis zu lüften? Man mag es für möglich halten oder auch nicht. Jedenfalls ist es dem Autor gelungen, eine spannende Familienchronik zu entwickeln. Zeiten des Glücks wechseln sich mit Schwermut und Leid. Beginnend in der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg stehen Teiles des Schicksals auch unter dem Einfluss des unsäglichen Nazi-Regimes. Gierige Krallen hat es nach der weiten Welt ausgestreckt und willfährige Kleingeister in seinen Bann gezogen. Die wenigen Aufrechten, die die Perfidität der Pläne durchschauen, können sich lange nicht durchsetzen. Vor diesem Hintergrund bekommt die schwere Süße einer großen Liebe eine besondere Tragik. Es ist zwar nicht die Bestimmung eines jeden, ein Happyend zu erfahren, doch schließt sich mit der Lösung des Rätsels um die Postkarte ein Kreis auf sehr hoffnungsfroh stimmende Weise. 


Mit diesem Roman wird die Suche nach den Wurzeln zu einem spannenden Abenteuer voller Dramatik und Hoffnung.

4 Sterne (🐳🐳🐳🐳)

Das Bandoneon von Hans D. Meyer zu Düttingdorf und Juan Carlos Risso
ISBN: 978-3-352-00879-5