Mittwoch, 18. Januar 2017

Das Salzkammergut

Vorbei ist es mit der Karriere von Daniel Käfer. Die Zeitschrift, die er betreute, wurde eingestellt und den Posten in der Verwaltung des Verlages will er nicht. Da nimmt er lieber die Abfindung mit und privatisiert erstmal. Dazu führt Käfers Weg in die Gegen des Ausseer Landes im Salzkammergut, wo er in der Kindheit die schönsten Ferientage verbracht hat. Fremd fühlt er sich nicht dort, aber ein Einheimischer ist er auch nicht. Gut aufgenommen fühlt er sich und seine Neugier wird geweckt als er herausfindet, dass wohl eine entfernte Verwandte als Dienstbotin in dem Ort gearbeitet hat.

Alfred Komarek ist vielleicht besser bekannt von seinen Romanen um Simon Polt und so ist es eine kleine Entdeckung, dass sein Werk noch wesentlich reichhaltiger ist als angenommen. Die vier Jahreszeiten um Daniel Käfer bilden durchaus einen Kontrast. Liebevoll beschrieben wird das Salzkammergut, da treten die Geschehnisse um Käfers Vorfahrin fast ein wenig in den Hintergrund. Ausgezeichnet nach zu empfinden, ist das Wehklagen, dass ein Fremder, der kein Tourist mehr ist, noch lange nicht zum Einheimischen werden kann. Nur wenn man dort geboren ist, kann man den richtigen Einblick haben, wie der Hase läuft. So ähnlich als wolle man als Erwachsener einen Dialekt erlernen, immer wird es als nachgelernt erkennbar sein. Und ein Zugereister bleibt eben auch immer erkennbar.

Daniel Käfer genießt jedenfalls zunächst den Verlust seiner Arbeit und gibt sich irgendwie phlegmatisch aber doch neugierig einem Ausseer Sommer hin, der ihm die Auffrischung alter Bekanntschaften bringt und die Entdeckung eines Familiengeheimnisses. Beinahe als sei man selber träge in der Sommerhitze genießt man die Wanderungen Käfers durch das Salzkammergut, gewaltfrei und doch spannend. Sogar verfilmt wurde der Roman im Jahr 2004 erstmalig erschienene Roman bereits.


Die Villen der Frau Hürsch von Alfred Komarek
ISBN: 978-3-85218-444-9


Montag, 16. Januar 2017

Dämonen

Die Sucht, die er seit zehn Jahren in Schach hält, treibt Danny Katz zu seinem Kumpel Ramón. Nachdem er den Stoff der Erleichterung in Empfang genommen hat, gibt es einen kurzen Moment der Umkehr. Katz findet Ramón mit einer Nadel im Arm tot und Ramóns Freundin Jenny ist wie vom Erdboden verschluckt. Beinahe gleichzeitig geht ein vermeintlich leichter Überfall auf einen Geldtransporter fürchterlich schief. Drei Räuber werden gefasst, einer erschossen und nur einer kann fliehen. Jorma, der Katz aus der Zeit im Heim kennt, hegt den Verdacht, die Sache könne verraten worden sein. Und Eva Westin, die einzige der drei, die es irgendwie geschafft hat, bekommt es in ihrer Eigenschaft als Staatsanwältin mit einem Fall von Geldwäsche zu tun.

Bei dem vorliegenden Band handelt es sich bereits um den zweiten Roman um Danny Katz und seine Freunde aus alten Tagen. Die Kenntnis des ersten Bandes ist zum Verständnis des vorliegenden Bandes nicht unbedingt notwendig. Allerdings macht der zweite Band auch neugierig auf den ersten. Was wird aus Jungendlichen, die einen nicht gerade herausragenden Start ins Leben hatten. Danny, Jorma und Eva haben jeder eine eigene Art entwickelt, mit ihrer Vergangenheit umzugehen. Beim ersten Hinsehen könnte man meinen, Eva als Staatsanwältin habe es geschafft in der Gesellschaft anzukommen. Doch ihr Streben nach Wahrheit und Aufklärung steht im Gegensatz zu ihren privaten Unzulänglichkeiten. Auch der sprachbegabte Danny scheint die Drogensucht in Schach halten zu können, doch er lebt sehr zurückgezogen und hadert mit dem Unwissen über die Vergangenheit seiner Eltern und Großeltern. Jorma dagegen, ist der Unterwelt nicht entkommen, und doch wirkt er emotional gesünder. Auf verschiedenen Wegen kommen diese drei geradezu unaussprechlichen Verbrechen auf die Spur. Verbrechen, die kaum zu ertragen sind.


Mit harten, klaren und deutlichen Worten beschreibt des Autor seine Protagonisten. Und beinahe schon eiskalt schildert er die Verbrechen, denen seine Drei auf die Spur kommen. Obwohl die Handlung im September einsetzt überläuft einen beim Lesen mehr als ein Frösteln. Die Schlechtigkeit und Grausamkeit der Menschen scheint keine Grenzen zu kennen. Um Geld zu generieren ist wohl jedes Mittel recht und wenn etwas droht an die Öffentlichkeit zu kommen, wird aufgeräumt. Sehr ausgeklügelt beschreibt der Autor, wie seine Schnüffler sich dem Zentrum langsam nähern, wie zusammenhanglose Hinweise sich doch zu einem schlüssigen Ganzen fügen. Dieser Roman ist teilweise schwer zu ertragen, aber dennoch kaum aus der Hand zu legen.

4,5 Sterne

Schweine von Carl-Johan Valgren
ISBN: 978-3-453-26959-0




Sonntag, 15. Januar 2017

Politikum

In Belgrad werden zwei Soldaten tot aufgefunden, erste Ermittlungen werden mit dem Ergebnis Selbstmord abgeschlossen. Ein Anwalt mag diesem Urteil jedoch nicht vertrauen und lässt dieses Ergebnis in Deutschland überprüfen. Um sicher zu stellen, dass mit der Übersetzung des Berichts aus Deutschland keine Fehler gemacht wurden, wendet er sich an Milena Lukin, die sowohl die deutsche als auch die serbische Staatsbürgerschaft innehat. Tatsächlich weicht ihre Übersetzung des Berichts von der offiziellen ab. Milena, die sich im Rahmen ihrer Habilitation mit der Aufarbeitung von Kriegsverbrechen beschäftigt, ist neugierig geworden. Wieso wurden die Toten ausgerechnet einen Tag nachdem sich ein Kriegsverbrechen jährt gefunden?

Als EU-Beitrittskandidat hat Serbien einen gewissen Prozess zu durchlaufen. Und so wird Milena Lukins Stelle sowohl aus Deutschland als auch von Serbien finanziert. Ihre Tätigkeit ist allerdings nicht einfach, denn mit der Aufarbeitung der Vergangenheit scheint sich jedes Regime schwer zu tun. Als sie sich nun auch noch in die Ermittlungen zu den beiden Todesfällen einmischt, stößt sie nicht auf Unterstützung. Man möchte die Sache am liebsten unter den Tisch kehren. Wären da nicht die Familien der Opfer, die ihren tragischen Verlust kaum ertragen können. Schritt für Schritt taucht Milena eine auch ihr fremde Welt ein. 

Milena Lukin wirkt etwas zerrissen zwischen ihren beiden Staatsbürgerschaften. Wie soll sie ihrem Sohn gerecht werden, dessen deutscher Vater in Hamburg lebt und ihm ein Leben der Sorglosigkeit und des Konsums bieten kann, während sie in Belgrad gemeinsam mit ihrer Mutter jeden Groschen umdrehen muss. Doch die Familienbande sind nicht zu lösen und auch ihre politische Aufgabe betrachtet sie mit großem Ernst. Manchmal wünscht sie sich mehr Leichtigkeit und kann sie doch nicht annehmen. Mit Akribie macht sie sich deshalb auf die Suche nach dem Hintergrund der Todesfälle und stößt dabei auf politische Gleichgültigkeit und tragische Schicksale.


Dieser EU-Beitrittskandidat, ein Rest des ehemaligen Jugoslawiens, wirkt doch sehr fremd. Immer noch gezeichnet durch den Krieg ist das Land und immer noch intrigieren die Mächtigen wie eh und je. Nachdem man sich in die Fremdheit hinein gefunden hat, entdeckt man einen spannenden Krimi, der ausgesprochen gut recherchiert wirkt. Gefesselt verfolgt man Milena Lukin, die geradeaus auf ein Ziel zumarschiert, das sie zunächst nicht entschlüsseln kann, das aber mit jedem Hinweis klarer wird und eher betrüblich stimmt. Auch heute noch wird die Aufklärung von Einflüssen bestimmt, die an dem echten Willen Klarheit zu erlangen zweifeln lässt. Und das gilt sicher nicht nur für Serbien. Erst einmal gepackt, lässt einen dieser Roman nicht so schnell los.

4 Sterne

Kornblumenblau von Christian Schünemann und Milena Volic
ISBN: 978-3-257-24299-7


Samstag, 14. Januar 2017

Sommer in Frankreich

Durstig landet der Engländer Sean auf einem Hof in Frankreich, wo er zwar nicht reicht aber doch mit erfrischendem Wasser bewirtet wird. Neugierig streift Sean durch die Gegend. Seine Neugier wird allerdings hart bestraft als er in ein Tellereisen tritt. Sein Fuß ist verletzt und er schafft es nicht, sich zu befreien. Erst Tage später kommt Sean wieder zu sich und er findet sich auf besagtem Hof wieder, betreut von Mathilde, der Tochter des Hauses, und nur geduldet vom Vater. Fallen aufstellen ist schließlich nicht unbedingt erlaubt. Sean möchte den Hof zunächst schnellstens verlassen, doch die Verletzung erlaubt das nicht. Unter der Bedingung, Ausbesserungsarbeiten auf dem Hof zu übernehmen, darf er bleiben bis die Wunde am Fuß verheilt ist.

Eine eigenartig gedrückte Stimmung herrscht unter den Bewohnern des Hofes. Anstatt den Sommer zu genießen, scheinen sie alle etwas zu verbergen, sich zum einen gegenseitig zu belauern zum anderen aber insbesondere Sean zu beobachten. Hat er etwas zu verbergen? Was hat ihn bewogen, nach Frankreich zu kommen. Forsch und manchmal aufreizend geht Gretchen, Mathildes Schwester, auf Sean zu. Unangenehm berührt das, obwohl sich Sean der Wirkung kaum entziehen kann. Und der cholerische Vater macht das Zusammenleben auf dem Hof nicht gerade einfacher. Wird Sean mehr oder weniger gerne geduldet oder verlässt er den Hof irgendwann, davon gejagt wie der Helfer vor ihm.


Die Dr. David Hunter des Autors Simon Beckett ist wohlbekannt und wird gerne gelesen. Doch regelmäßig gönnt sich der Autor eine Erholung von seinem Helden und widmet sich anderen Hauptdarstellern, deren Schicksal er in Worte und Romane kleidet. Als Leser mag man feststellen, dass man eher dem einen oder den anderen zugeneigt ist, aber selten beiden gleichermaßen. Und so wird es einem möglicherweise schwer, mit Sean warm zu werden. Das Gemälde, das hier gemalt wird, bleibt ein wenig ohne Tiefe. Zwar spürt man das Unbehagen, die wachsende Anspannung bis zum dramatischen Finale, doch keinem der Protagonisten gelingt es so viel Anteilnahme zu wecken, dass man als Leser berührt wird. Und so bleibt die Lektüre zwar fesselnd genug, um sie mit einiger Neugier zu verfolgen, aber doch so distanziert, dass sie keinen tiefen Eindruck hinterlässt.

3 Sterne

Der Hof von Simon Beckett
ISBN: 978-3-499-26838-0


Donnerstag, 12. Januar 2017

Maria Evita

Der Verwalter des Tilly Benefiziums von Altötting wird ermordet aufgefunden. Damit hatte in der vorösterlichen Fastenzeit wohl niemand gerechnet. Und der Oberkommissar Max Kramer hat nicht damit gerechnet, dass er am Aschermittwoch nach einem feuchtfröhlichen Ausklang des Karnevals neben der Staatsanwältin aufwacht. Doch neben wem soll man auch aufwachen, wenn die Jugendfreundin Maria Evita als Novizin im Kloster gelandet ist. Sie wenigstens steht dem Pfarrer bei, in seinem Widerstand gegen die Low-Carb Diät Pläne seiner resoluten Haushälterin. Die Ermittlungen in dem Mordfall verlaufen zunächst schleppend, da sich kein wirkliches Motiv abzeichnet. Allerdings scheinen es einige Leute mit der Wahrheit nicht so genau zu nehmen.

In seinem zweiten Roman um Kommissar Kramer knüpft an eine Begebenheit an, über die sich tatsächlich Informationen im großen weiten Netz zu finden sind. So wurde dieses Benefizium wohl tatsächlich irgendwann abgeschafft, nachdem es über 350 Jahre Bestand hatte. Und so schlägt der Autor einen Bogen vom Verwalter dieses Benefiziums zu seinem Mörder. Kommissar Kramer, der erstmal die Folgen der Nacht überstehen muss, macht sich sogleich an die Befragung der Beteiligten und gerät dabei zufällig in eine Demonstration der örtlichen weiblichen Macht gegen die Auflösung des Benefiziums. Unter den Demonstrantinnen befindet sich auch die Schwiegermutter des Toten.


Mit amüsanten, hin und wieder mit leichtem auch für unkundige Leser verständlichen Dialekt gefärbten Worten legt der Autor seine Geschichte dar. Die Befragten sind dabei verschwiegen, die Ermittler manchmal etwas trottelig. Doch nach und nach kommen die Beamten einigen Zusammenhängen auf die Spur, die sich zu einem schlüssigen Fall zusammenfügen. Ein besonderes Schmankerl bietet dabei die sehr unkonventionelle Novizin Maria-Evita, die zwar fest in ihrem Glauben ist, die aber doch gerne Punk hört und die strengen Fastenregeln auszulegen weiß, so dass auch mal eine ordentliche Mahlzeit oder ein Stückchen Schoki drin ist. Etwas überbordend umtriebig wirkt dagegen die Haushälterin Schosi, vor der der Pfarrer beinahe schon gerettet werden muss. Mit seinem urigen Team um Kommissar Kramer hat der Autor ein Konzept geschaffen, das bestens unterhält und nie Langeweile aufkommen lässt.

4 Sterne

Fastenopfer von Anton Leiss-Huber
ISBN: 978-3-8437-1390-0


Mittwoch, 11. Januar 2017

Docherty

Die Psychotherapeutin Frieda Klein will eigentlich ihre Ruhe haben, aber sie ist jemandem einen Gefallen schuldig und dieser wird nun eingefordert. Sie soll den Fall von Hannah Docherty begutachten, die schon sich schon seit 13 Jahren in Verwahrung befindet. Die junge Frau soll als Teenager ihre gesamte Familie ermordet haben und darüber wahnsinnig geworden sein. Nur zögernd nimmt sich Frieda der Sache an, doch als sie Hannah aufgesucht hat und sich für Frieda irgendwie alles falsch anfühlt, hat sie keinen anderen Wunsch als aufzuklären, was damals wirklich geschah. Frieda Klein macht sich auf den Weg, die Schritte der vorherigen Ermittlung nachzuverfolgen. Dieser eigentlich klare Fall sollte keine Geheimnisse mehr bergen, oder?

Natürlich trifft Frieda Klein wieder auf viele Wiederstände, die wenigen Menschen, die sich an Hannah Docherty erinnern, haben sie und ihren Fall aus ihrem Leben gestrichen. Keiner hat sie besucht, keiner will überhaupt noch an sie denken. Und nun kommt Frieda mit ihren Fragen. Zwar hat sie Unterstützung von der Polizei, aber auch das ist wie immer schwierig. Zum Glück hat Frieda Hilfe von ihrem ehemaligen Patienten Jack und ihrer Nichte Chloe. Langsam kommen doch einige Hinweise zutage, die darauf hinzudeuten scheinen, dass bei der ursprünglichen Ermittlung doch nicht alle Möglichkeiten bedacht wurden. Doch ändert das etwas an Hannahs Schuld?

Zwar wartet dieser sechste Band um Frieda Klein nicht den höchsten Grad an Spannung auf, aber dennoch wird Friedas unermüdlicher Spürsinn so fesselnd beschrieben, dass man immer neugierig bleibt, welche Entwicklung der Fall noch nehmen wird. Die Spur von Dean Reeve bleibt dabei wohltuend im Hintergrund, aber doch immer gegenwärtig. Und so wird neben dem Interesse an der akribischen Ermittlung auch ein wachsendes Gefühl des Unbehagens erzeugt. So ähnlich mag es Frieda ergehen, die sich neben ihrem alltäglichen Leben der schwelenden Bedrohung immer bewusst ist. Im weiteren Verlauf nimmt auf der Fall ziemlich unerwartete Wendungen. Geschickt konstruiert und glaubwürdig, so wie man es von dem Autorenduo Nicci French gewohnt ist. Ein Krimi, der einen langsam aber sicher packt und nicht mehr loslässt.


4 Sterne

Saturday Requiem von Nicci French
ISBN: 978-1-405-91862-6


und auf Deutsch:




Montag, 9. Januar 2017

Der Zirkus kommt

Die beiden fast 14jährigen Will und Jim sind dicke Freunde. Zusammen gehen sie durch dick und dünn. Natürlich sind sie nicht immer einer Meinung, mal scheint der eine etwas erwachsener mal der andere. So langsam ist es an der Zeit von der Kindheit Abschied zu nehmen. Was kann ihnen da besseres passieren als die Ankunft eines Zirkus. Mitten in der Nacht erreichen die Wagen den Ort. Ein ungewöhnlicher Zirkus scheint es zu sein, ein unheimlicher. Doch Will und Jim lassen sich nicht abschrecken, sie wollen unbedingt sehen, was die Artisten und Menschen mit besonderen Fähigkeiten zu bieten haben. Wills Vater Charles allerdings ist etwas besorgt.

Die Geschichte über die Freundschaft der beiden Jungen Will und Jim, die an der Schwelle zum Erwachsen werden auf eine harte Probe gestellt wird, fesselt und lässt einen schaudern. Schließlich handelt es sich bei den Artisten des Zirkus` um eine gar unheimliche Schar. Da ist zum Beispiel Mr. Dark, der illustrierte Mann, dessen Tätowierungen eine seltsame Lebendigkeit entfalten. Die blinde Hexe scheint durch ihre geschlossenen Augenlieder in die Seelen hinein sehen zu können. Und dieses Spiegelkabinett, das nicht alle seine Besucher wieder zum Vorschein kommen lässt, wirkt sehr unheimlich. Diese und noch mehr Besonderheiten zeichnen diesen seltsamen Zirkus aus. Warum wird der Heimatort von Will und Jim aufgesucht oder sollte man besser sagen heimgesucht.


Ein Schauerroman von Ray Bradbury, der einen gefangen nimmt und bei dessen Lektüre es einen gruselt. Auch wenn man solch düstere leicht ins Horrorgenre spielende Geschichten nicht unbedingt täglich liest, kann man diesem Roman doch einiges abgewinnen. Schön beschrieben ist die Freundschaft der Jungen Will und Jim und auch die Fürsorge, die Charles sowohl seinem Will als auch Jim angedeihen lässt. Eigentlich lernt Will seinen Vater durch die Ereignisse viel besser kennen und schätzen. Und gerade diese Vertiefung der Beziehung zwischen Vater und Sohn überzeugt und regt zum Nachdenken an. Schließlich waren auch die eigenen Eltern mal was anderes als nur Eltern. Da treten die Gruselelemente fast ein wenig in den Hintergrund, obwohl es einen beim Lesen schon tüchtig schaudert.

4 Sterne

Das Böse kommt auf leisen Sohlen von Ray Bradbury
ISBN: 978-3-257-20866-5